Der Wecker hat um 06:30 Uhr nach fünf kurzen Stunden Schlaf geläutet. Wer mich kennt der weiß, dass das viiiiiel zu
wenig Schlaf ist. Tja, der heutige Plausch soll nicht von meinen Schlafgewohnheiten handeln, sondern es soll um ein Thema gehen, das mir schon sehr lange am Herzen liegt. 🙂

Wer regelmäßig meine Beiträge liest, hat womöglich schon das ein oder andere Mal gelesen, dass ich nur ganz selten exotische Früchte esse, kaufe oder verarbeite. Ich habe sogar die letzten drei Jahre keine Bananen gegessen. Warum? Ich hatte einmal die Gelegenheit, einen Vortrag über Costa Rica zu besuchen. Die Vortragende hatte längere Zeit in Costa Rica gelebt und unter anderem darüber berichtet, dass sie eine Bananenplantage besichtigt hat. Der dort ansässige Bauer erzählte ihr, dass die Bananen bzw. Bananenpflanzen für die langen Transportwege mit zahlreichen chemischen Mitteln behandelt werden, um so den Wunsch der Endkundschaft nach einwandfreien und appetitanregenden Früchten befriedigen zu können. Der Bauer meinte zudem, er selbst und seine Pferde würden diese Bananen nicht essen bzw. fressen wollen. Da dachte ich mir „Was tue ich meinem Körper und meiner Umwelt damit an, wenn ich das unterstütze???“ 😮 Dieser Gedanke hat sich in mein Gehirn eingebrannt. *

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Physalis
Wintersalate
Wintersalate

Eine Freundin hat mir dann vor ca. einem Jahr von CSA Landwirtschaft erzählt und dass sie ihr Gemüse von Biogemüse CSA Kamptal bezieht. CSA steht für Community Supported Agriculture und wird mit solidarischer bzw. gemeinschaftlicher Landwirtschaft übersetzt. Das bedeutet, dass eine Erntevereinbarung für jeweils ein Jahr zwischen den ProduzentInnen und den VerbraucherInnen (ErnteteilerInnen) abgeschlossen wird. Letztere kommen in den Genuss von köstlichem, saisonalem und regionalem Gemüse und erstere haben finanzielle Sicherheit und können mit den ErnteteilerInnen in Kontakt treten.

Physalis
Physalis

Natürlich hat dieses Konzept der Landwirtschaft mein Interesse geweckt. Ich habe mich daraufhin näher damit beschäftigt und ich beziehe nun ebenfalls schon fast ein Jahr lang mein Gemüse von Biogemüse CSA Kamptal. Was soll ich euch sagen? Ich bin einfach begeistert. Markus und sein Team (bestehend aus 3 Personen) bieten den ErnteteilerInnen drei verschiedene Abholstellen an – Plank am Kamp, Krems und Wien. Das Biogemüse kann jeweils freitags abgeholt werden und auf Wunsch kann Mann/Frau sich den Ernteanteil mit weiteren Personen teilen. So neugierig wie ich bin, wollte ich unbedingt einmal ins wunderschöne Kamptal fahren und den Markus ein bisschen unterstützen.

Zucchini
Zucchini

Letzten Donnerstag war es schließlich soweit und eine Freundin und ich waren voll motiviert, Gemüse zu ernten, die Felder zu besichtigen und etwas mehr über Biogemüse CSA Kamptal zu erfahren. Auf rund 2 Hektar Fläche wird in Plank am Kamp Gemüse angebaut, umsorgt und geerntet. Wir haben unseren Einsatz mit der Ernte von Tomaten begonnen. Anschließend lernten wir wie Chinakohl richtig geputzt und gewaschen wird und zudem haben wir die Wintersalate näher betrachtet. Markus hat uns zu jeder Gemüsesorte sein fachliches Know- how verraten. Die Arbeit am Feld ist nicht leicht und ich bin irgendwie froh, dass gerade keine „Unkraut-jät-Zeit“ war. 😉

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Sellerie

Ich habe das köstliche Biogemüse bzw. auch die Arbeit die damit verbunden ist schon vor meinem Besuch geschätzt, aber jetzt schätze ich es umso mehr, da ich nun weiß wie zeit- und kraftintensiv diese Arbeit ist. Das Resultat dieser Arbeit ist herrliches und frisches Biogemüse. Oftmals sind auch Gemüsesorten im Ernteanteil enthalten, die wahrscheinlich in einem herkömmlichen Geschäft nicht gekauft werden können – so z.B. Schwarzwurzel und Winterpostellein.

An dieser Stelle möchte ich mich bei Markus recht herzlich bedanken, dass wir ihn einen Tag lang am Feld begleiten durften. Auch das frisch gekochte Mittagessen war einfach lecker! 🙂 Bist du nun auch auf den Geschmack gekommen? Derzeit gibt es noch freie Ernteanteile und ich bin mir sicher, Markus freut sich auch über weitere helfende ErnteteilerInnen- Hände bei der Arbeit am Feld! Für weitere Infos könnt ihr mir gerne schreiben oder einfach hier klicken.

Ich wünsch euch was! 🙂

P.S. Dieser Beitrag wurde nicht gesponsert. Ich bin von dem Angebot bzw. Konzept voll überzeugt und möchte daher meine Erfahrungen mit euch teilen.

*P.P.S. Mittlerweile esse ich auch wieder Bananen, aber nur gaaaanz selten und dann nur Fairtrade Bio- Bananen.

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Wassermelone

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