Vorweg: Dieser Beitrag enthält persönliche Empfehlungen – keine bezahlte Werbung

Der Kohlrabi-Nudel-Auflauf oder anders ausgedrückt: eine Hassliebe mit Happy End. Du fragst dich jetzt vielleicht wie man/frau zu einem gewöhnlichen Kohlrabi-Nudel-Auflauf eine Hassliebe entwickeln kann? Das ist eine berechtigte Frage und ich habe auch eine Antwort parat. Ich bin in einem Mehrgenerationenhaushalt am Land aufgewachsen und meine Oma hat zu Mittag für die Familie gekocht. Da in meiner Familie schon seit jeher Gemüse und Obst selbst angebaut wird, wurde der Speiseplan von verschiedenen knackig frischen saisonalen Köstlichkeiten aus dem eigenen Garten beeinflusst. Im Prinzip war ich als Kind essenstechnisch nie wählerisch, doch es gab einige wenige Speisen, die mochte ich einfach nicht. Auf dieser Liste der Top 5 „mag ich nicht so gerne-Gerichte“, befand sich der Kohlrabi-Nudel-Auflauf meiner Oma. Ich weiß auch ganz genau warum ich den Auflauf nicht mochte – es war der Geruch von gekochtem Kohlrabi. Da zog sich bei mir alles zusammen. In meiner Erinnerung habe ich es wahrscheinlich dramatischer abgespeichert, als es in Wirklichkeit war. Ich habe den Auflauf aber jedoch jedes Mal gegessen und er war auch nicht schlecht (meine Oma kocht nur gute Sachen 😉 ), aber der Geruch von Kohlrabi … uargh…

Kohlrabi ist auch so ein Gemüse, das habe ich mir, seit ich von Zuhause ausgezogen bin, nie wirklich oft gekauft. Es hat mich einfach nicht angelacht und ich habe eher andere Gemüsesorten bevorzugt. Seit Mr. B. und ich jedoch einen Ernteanteil einer solidarischen Landwirtschaft gekauft haben, richtet sich unser Speiseplan primär nach dem, was freitags im Zuge des Ernteanteils abgeholt werden kann. Es ist jede Woche aufs Neue eine Überraschung und stellt einem schon mal vor Herausforderungen. Und auf diesem Weg habe ich auch wieder Bekanntschaft mit meinem „Lieblings“-Gemüse gemacht. Der Kohlrabi. Da lag er nun und ich hatte überhaupt keine Lust auf ihn. Irgendwann musste er aber verarbeitet werden und aus heiterem Himmel fiel mir wieder der Kohlrabi-Nudel-Auflauf ein. Ich habe kurz mit meiner Oma gesprochen und sie hat mir erklärt wie sie den Auflauf zubereitet. Ich habe das Gericht etwas umgeändert, sodass es rein pflanzlich ist und voilà – ein richtiger Familienklassiker in neuer Aufmachung, festgehalten von einer Kohlrabi-Hasserin, die ihn nun mag und nicht genug vom Auflauf bekommen kann. 🙂

Zwar ist der Kohlrabi nicht aus dem Garten meiner Oma, aber der von Markus‘ Feldern, schmeckt mindestens genauso gut. Markus ist der Betriebsleiter von BIOGEMÜSE KAMPTAL. Biogemüse Kamptal ermöglicht Mr. B. und mir regionale, saisonale und manchmal auch alte, schon fast vergessene Gemüse- und Obstsorten beziehen zu können. Ich liebe das Konzept einer solidarischen Landwirtschaft und unterstütze es äußerst gerne. Mittlerweile haben Mr. B. und ich einen ganzen Anteil und wir schaffen es locker, den in einer Woche aufzuessen. Was genau eine solidarische Landwirtschaft ist, habe ich hier erklärt bzw. kannst du es auch hier ausführlicher nachlesen. Wenn du ebenfalls eine alternative Form der Landwirtschaft unterstützen möchtest oder Fragen dazu hast, dann kannst du dich gerne melden. 

Zutaten für 4 Personen:

Für die Basis:
  • 1 Kohlrabi samt Blätter
  • 2 Zwiebeln
  • ½ Zucchini
  • 250 g (glutenfreie) Spiralnudeln
  • 100 g Champignon
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 Handvoll Sonnenblumenkerne
  • etwas Öl
Für den Guss:
  • 500 g pflanzliches Joghurt (ich habe Lupinenjoghurt verwendet)
  • 1 TL Salz
  • ½ TL gemahlener Pfeffer
  • 1 TL geräuchertes Paprikapulver
  • ½ TL getrockneter Liebstöckel (oder Suppenwürze)
  • 2 gehäufte TL getrockneter oder frischer, gehackter Majoran
  • 3 EL Speisestärke
Für das Topping:
  • 120 g pflanzlicher Käse

Zubereitung:

Die Sonnenblumenkerne in einer Pfanne ohne Öl goldbraun anrösten  – danach in eine eingefettete Auflaufform geben.

Die Nudeln in Salzwasser bissfest kochen, anschließend abseihen und ebenso in die Auflaufform geben.

Die Kohlrabi waschen, vom Blattgrün befreien und das holzige untere Ende abschneiden bzw. das holzige untere Drittel schälen. Anschließend den Kohlrabi in kleine Stücke schneiden, in Salzwasser blanchieren (=bissfest kochen) und abseihen. Den nun vorgekochten Kohlrabi zu den Nudeln und Kernen in die Auflaufform geben. Das Blattgrün waschen, grob hacken und ebenso in die Auflaufform geben.

Die Zucchini waschen und in kleine Stücke schneiden (die Stücke sollten so groß wie die vom Kohlrabi sein). Die Zwiebeln schälen und klein würfeln. Die Champignon putzen und in Scheiben schneiden. Alles zusammen in einer Pfanne mit etwas Öl goldbraun anbraten. Die Knoblauchzehen schälen, pressen und ebenso zur Gemüsemischung in die Pfanne geben.  Alles zusammen in die Auflaufform geben.

Den Backofen auf 180°C Umluft vorheizen.

Für den Guss alle oben erwähnten Zutaten glatt miteinander verrühren, in die Auflaufform geben und alles zusammen gut vermengen.

Im vorgeheizten Backofen bei 180°C Umluft 30 Minuten garen. Danach den Backofen auf Grillfunktion stellen, den Auflauf aus dem Ofen nehmen und mit dem Käse belegen/bestreuen. Die Form für weitere 10 – 15 Minuten im Backofen grillen.

Guten Appetit! 🙂

P.S. Mr. B. und ich essen dazu gerne frischen, knackigen Salat.

 

 

 

 

 

 

Keine Kommentare möglich.