Tadaaa! Bitte ein bisserl imaginären Trommelwirbel für dieses leckere Weihnachtsschmankerl. Ich muss zugeben, mir macht es einfach richtig viel Spaß, neue Dinge auszuprobieren und so kam ich auf die Idee, ich könnte doch einen Rotkrautkopf aushöhlen, füllen und schmoren. Gesagt – getan! Das Ergebnis ist ein leckeres, veganes Weihnachtsessen. Wer es nicht so gern so ganz vegan mag, der kann den geschmorten Rotkrautkopf ja auch als Beilage reichen. Eigentlich hätte ich ja einen anderen 2. Gang für mein Weihnachtsmenü im Kopf gehabt, doch diese Idee habe ich schließlich in letzer Minute verworfen (vielleicht kommt dieses Gericht ja nächstes Jahr bei mir bzw. uns auf den Tisch). 😉 Nungut. Jetzt muss ich generell kurz festhalten, dass das Leben als Foodbloggerin eigentlich total lustig ist – so kann es schon mal vorkommen, dass man/frau unter der Woche und ohne Anlass ein 3-gängiges Weihnachtsmenü kocht (noch schnell fotografiert, damit es beim Essen dann nicht schon ganz kalt ist) und sich dieses anschließend genüsslich schmecken lässt ⇒ #gönndir.

Bei Mr. B. und mir ist es generell so, dass wir Weihnachten mit unseren Familien feiern, da wir selbst keine Kinder haben. Deshalb gab es in unserem Haushalt eigentlich bis dato kein eigenes Weihnachtsmenü. Heuer wird sich das jedoch ändern – wir feiern unser „Weihnachts-Dinner-for-two“  einfach ein bisserl vor und genießen besinnliche Stunden in trauter Zweisamkeit. Wir werden uns noch selbstgemachten Punsch kochen und die stressige Zeit einfach stressige Zeit bleiben lassen und nur das Hier und Jetzt feiern. 😀 Ach, ich freue mich schon jetzt auf die Feiertage. Ich habe auch erst überlegt, warum ich Weihnachten eigentlich so gerne mag und bin zu dem Entschluss gekommen, dass ich Weihnachten aus dem Grund so gerne feiere, da die ganze Familie (und ich bzw. Mr. B und ich haben einfach eine ziemlich große Familie) zusammenkommt und gemeinsam Zeit miteinander verbringt. Was gibt es schöneres als vertraute Personen um sich zu haben und die wertvollen Stunden vereint zu genießen.  

Und sollte sich während dem ganzen Getratsche der Magen zwecks Hunger melden – hier das Rezept für den geschmorten Rotkrautkopf mit Maroni- Apfel- Semmelfülle, Kartoffelguperl und glacierten Karotten. 🙂

Zutaten für 3 Personen:

Für den Rotkrautkopf:
  • 1 kg Krautkopf (Rotkraut; sollte eine rundliche Form haben – nicht zu flach)
  • Salz & Pfeffer
Für die Füllung:
  • 80 g Semmelwürfel
  • 40 g Maroni (essfertig)
  • 50 g Apfel (süß-säuerlich)
  • 70 g Zwiebel
  • 20 g Mehl
  • 100 ml Hafermilch
  • 1 TL Flohsamenschalen
  • 3 TL gehackte Kräuter
  • etwas Muskat
  • etwas Öl
  • Salz &Pfeffer
Für die Sauce:
  • 500 g Suppengemüse/Suppengrün (Karotten, gelbe Rüben, Sellerie, Petersilie, etc.)
  • 100 ml Rotwein
  • ca. 600 ml Gemüsesuppe
  • 100 g Apfel (süß-säuerlich)
  • 2 gestrichene EL Tomatenmark
  • 2 Lorbeer- Blätter
  • etwas Öl
  • Salz & Pfeffer
  • zum Binden der Sauce: 1- 2 TL Maisstärke und 2 – 3 TL Wasser
Für die glacierten Karotten:
  • 400 g Karotte
  • 1 TL Zucker
  • ca. 100 ml Wasser oder Gemüsesuppe
  • etwas Öl
  • 1 Rosmarinzweig
  • Salz & Pfeffer
Für das Rotkraut (als Beilage):
  • ½ Zwiebel
  • 500 g Rotkraut (z.B. hierfür mitunter das Innere des ausgehöhlten Rotkrautkopfes verwenden)
  • 100 ml Rotwein
  • 50 ml Wasser
  • 120 g Apfelmus (ohne Zuckerzusatz)
  • 1 Lorbeer Blatt
  • ca. 1 cm langes daumendickes Stück Ingwer
  •  1 Messerspitze Zimt
  • etwas Öl
  • Salz & Pfeffer
Für die Kartoffelgupferl:
  • 700 g rohe Kartoffel mit Schale
  • 3 EL Wasser
  • 50 g Kokosöl
  • etwas Muskat
  • Salz & Pfeffer

 

Zubereitung:

Wir beginnen mit dem Rotkrautkopf. Den Krautkopf waschen und wenn notwendig die äußeren, unsauberen Blätter entfernen. Anschließend den oberen Teil des Krautkopfs wie auf dem Foto unten ersichtlich abschneiden und beiseitelegen. Anschließend den Krautkopf bis auf einen rund 3 cm dicken Rand aushöhlen. Am Besten gelingt es, wenn mit einem Messer vorsichtig ein Kreuz in die Mitte des aufgeschnittenen Rotkrauts geschnitten wird. Anschließend mit den Fingern oder/ und mit einem Löffel das Ganze aushöhlen.  Achtung: Den „Rotkraut- Rand“ hierbei nicht durchschneiden/durchstechen! Der zu Beginn abgeschnittene obere Teil des Rotkrauts kann ebenso etwas ausgehöhlt werden – so passt später alles besser zusammen. Den Rotkrautkopf mit Salz und Pfeffer würzen. Das ausgehöhlte Innere des Rotkrauts für die Rotkraut- Beilage beiseitestellen.

Für die Füllung die Zwiebel klein würfeln und in etwas Öl glasig dünsten. Mit der Hafermilch ablöschen und mit Salz und Pfeffer würzen. Die Maroni grob hacken und den Apfel klein würfeln. Die Semmelwürfel mit den Maroni- und Apfelstücken, sowie mit der Zwiebel- Hafermilch- Masse, dem Mehl, den Flohsamenschalen und den Kräutern vermengen. Hierbei ist es wichtig, dass das Ganze nicht zu fest umgerührt wird, da es sonst matschig/klebrig wird. Nochmals mit Muskat, Salz und Pfeffer abschmecken.

Den ausgehöhlten Rotkrautkopf mit der Semmelwürfelmasse befüllen und den zu Beginn abgeschnittenen oberen Teil des Rotkrauts nun wieder auf den unteren und befüllten Rotkrautkopf setzen. Das Ganze mit einem Küchenspagat fest verschnüren.

Den Backofen auf 180°C Umluft vorheizen. Das Suppengrün waschen, eventuell schälen und Enden abschneiden – anschließend in ca. 4 cm große Stücke schneiden. Das Suppengemüse in etwas Öl in einem hohen Bräter anbraten. Wenn das Gemüse beginnt Farbe anzunehmen, das Tomatenmark hinzugeben und kurz mit anbraten. Das Ganze nun mit dem Rotwein ablöschen und anschließend (wenn der Alkohol verdampft ist – es riecht dann nicht mehr beißend) mit der Suppe aufgießen und die Lorbeer- Blätter hinzugeben. Kurz aufkochen lassen und den Rotkrautkopf mittig mit dem Strunk nach unten im Bräter platzieren. Der Rotkrautkopf sollte mind. bis zur Hälfte mit Flüssigkeit bedeckt sein. Den Apfel für die Sauce in mittelgroße Stücke schneiden und neben dem Rotkraut im Bräter platzieren. Das Rotkraut im zugedeckten Bräter für rund 70 – 80 Minuten bei 180°C Umluft garen.

Während das Kraut im Ofen gart, werden die Kartoffeln geschält und in Salzwasser weich gekocht. Anschließend die Kartoffeln abseihen, durch eine Kartoffelpresse drücken und mit Salz, Pfeffer und etwas Muskat würzen. Das Kokosöl zum Schmelzen bringen und zusammen mit dem Wasser unter die Kartoffelmasse heben. Später können mit dieser Kartoffelmasse schöne Gupferl (mit einer Sterntülle) auf die Teller dressiert werden.

Das Rotkraut (für die Beilage) in feine Streifen schneiden. Die Zwiebel klein würfeln. Die Zwiebelwürfel, sowie die Rotkrautstreifen in etwas Öl in einem Topf glasig anbraten. Anschließend mit dem Rotwein ablöschen. Das Lorbeer Blatt, den Zimt, etwas Salz und Pfeffer in den Topf geben. Den Ingwer schälen und fein zerdrücken. Wenn der Alkohol verdampft ist, das Wasser, den zerdrückten Ingwer und das Apfelmus zum Rotkraut geben. Nun alles zugedeckt köcheln lassen, bis das Rotkraut weich (jedoch nicht matschig) ist.

Die Karotten (für die Beilage) waschen und wenn gewünscht schälen. Anschließend in 0,5 cm dicke Scheiben schneiden. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen. Die Karotten, sowie den Zucker in die Pfanne geben und kurz anbraten lassen. Den Rosmarinzweig hinzugeben und mit dem Wasser bzw. der Suppe aufgießen. Zugedeckt köcheln lassen, bis die Karotten bissfest gegart sind. Abgedeckt die restliche Flüssigkeit verkochen lassen und die Karotten zum Schluss noch etwas anbraten (eventuell muss noch etwas Öl in die Pfanne gegeben werden). Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Ist der Rotkrautkopf fertig gegart, diesen aus dem Bräter nehmen und die Sauce durch ein Sieb gießen. Ist die Sauce zu dünn, einfach das Maizena mit dem Wasser vermischen. Die Sauce zum Kochen bringen und unter stetigem Pürieren das Maizena-Wasser-Gemisch in die Sauce leeren. Kurz aufkochen lassen, sodass die Sauce eindickt. Nochmals pürieren und abschmecken. Sollte die Sauce noch zu dünn sein, einfach etwas mehr Maizena mit Wasser vermengen und wieder wie vorher unter stetigem Pürieren zur kochenden Sauce geben.

Alles zusammen anrichten und gemeinsam im Kreise der Liebsten genießen.

Guten Appetit! 🙂

P.S. den Strunk beim Essen einfach entfernen – der könnte nämlich etwas hart zum Beißen sein! 😉

P.P.S.  Hier geht es zur Vorspeise und zum Dessert meines Weihnachtsmenüs. 🙂

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