Mich haben mittlerweile schon mehrere Personen gefragt, was „no poo“ ist und warum ich das mache. Ich dachte mir, da mein Blog ja nicht nur zu 100% mit Essen zu tun hat, widme ich diesem Thema einen Beitrag. Ich bin mir sicher, viele wissen bereits was „no poo“ ist. „no poo“ bedeutet soviel wie „no shampoo“ – ich verwende zum Waschen meiner Haare demnach kein Shampoo, Conditioner oder sonst irgendein gekauftes Haarpflegeprodukt. Bei „no poo“ gibt es verschiedene Varianten – so können Haare z.B. mit Lavaerde, Natron oder z.B. mit Roggenmehl gewaschen werden. Ich habe mich für letztgenannte Variante entschieden und mache das Ganze jetzt mittlerweile seit einem Jahr.

Haare an Tag 1
Haare an Tag 1

Wieso &Warum?

„Warum wäschst du deine Haare mit Mehl?“ diese oder so ähnliche Fragen habe ich schon seeeehr oft gehört. Ich antworte darauf immer gleich: Ich habe eine sehr empfindliche Kopfhaut. Bei normalen Shampoos (egal ob ’sensitive‘ oder ‚pH- hautneutral‘) hatte ich immer das Problem, dass meine Kopfhaut bereits während des Waschens begonnen hat zu jucken. Nach rund zwei, max. drei Tagen musste ich schon wieder meine Haare waschen und die ganze Juckerei ging von vorne los. Bei der Variante mit dem Roggenmehl und der Apfelessig- Rinse juckt meine Kopfhaut nicht und inzwischen muss ich meine Haare auch nur alle 5 – 7 Tage waschen.

Womit & Wie?

Für die „no poo“- Haarwäsche wird nicht viel benötigt. Etwas Roggenmehl und Essig. Ich nehme meist 4 EL Roggenmehl und gebe anschließend rund 200 ml kaltes Wasser hinzu. Danach püriere ich alles mit dem Stabmixer zu einer glatten, Pancakesteig-ähnlichen Masse – es kann auch ein normaler Schneebesen zum Verrühren verwendet werden. Anfangs habe ich die „Mehlpampe“ (so nenne ich das Ganze liebevoll) für rund 2 Stunden stehen lassen, die Erfahrung hat mir jedoch gezeigt, dass das nicht notwendig ist. Es funktioniert auch ohne rasten lassen sehr gut.  Dann werden die Haare wie gewohnt mit dieser Mehlpampe gewaschen. Haare mit Wasser nass machen ⇒ Mehlpampe in den Haaren verteilen ⇒ alles gut einmassieren ⇒ für rund 2 Minuten einwirken lassen ⇒ gut mit Wasser ausspülen.

Da die Haare sich nach der Wäsche etwas stumpf/ aufgeraut anfühlen, verwende ich anschließend noch eine Apfelessig- Rinse um die Haare zu glätten. Hierfür einfach 1 EL Apfelessig (es funktioniert auch mit anderen Essigsorten) mit einem ½ Liter kaltes Wasser verrühren. Die Rinse im nassen Haar verteilen und einmassieren. Danach alles mit kaltem Wasser ausspülen oder die Rinse einfach im Haar lassen – das ist jeder/jedem selbst überlassen.

Tipp: wurde zu viel Mehlpampe angerührt, so kann diese auch eingefroren werden. Aufgetaute Mehlpampe funktioniert genauso gut. 🙂

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Wasser – Roggenmehl – Essig

Wie fange ich an?

Darauf habe ich nur eine ganz kurze Antwort parat: Einfach loslegen und ausprobieren. Was meiner Meinung nach auf jeden Fall wichtig ist, ist geduldig zu sein. Die Haare wurden bis dato mehrere Jahre mit Shampoo gewaschen, da benötigt es auch etwas Zeit, bis die Haare sich regenerieren. In Puncto Rhythmus der Haarwäschen: bei mir hat es rund ein Jahr gedauert bis ich meine Haare nun so weit habe, dass ich sie nur alle 6 oder 7 Tage waschen muss. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass bei fettigem Ansatz etwas Maizena anstelle von Trockenshampoo helfen kann. Hierfür einfach ein bisschen was auf den Haaren verteilen – ABER VORSICHT: wird zu viel verwendet, so bekommen die Haare einen weiß/grauen Schimmer.

Ich hoffe, ich konnte einen Einblick in die „no poo“- Roggenmehl- Haarwäsche geben. Ich bin vollends damit zufrieden und greife auch nicht mehr auf normale, herkömmliche Shampoos, etc. zurück. BTW der Kostenfaktor ist ebenso interessant. Im Vergleich ist die Roggenmehl- Wäsche auf jeden Fall günstiger. 🙂

Liebe Grüße,

Tina

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