„Waaaas? Nach Island????“ … „Warum nach Island, dort ist es ja nur kalt und gibt’s denn dort noch Schnee?“ – diese und so ähnliche Fragen/ Kommentare habe ich gehört, als ich das nächste Reiseziel von meinem Freund und mir bekannt gegeben habe. Für uns war die Entscheidung eher spontan, denn eigentlich wollten wir uns das Baltikum ansehen. Da haben dann aber die Flugverbindungen nicht gepasst. Ich kam dann auf Irland – da waren die Flüge wieder extrem teuer…. Irgendwann sind wir dann auf Island gestoßen und es waren die Flüge nach Keflavik günstiger, als die nach Dublin. Einfach verrückt, wenn man bedenkt, dass Keflavik weiter entfernt liegt als Dublin. Da ich früher im Reisebüro gearbeitet habe weiß ich, warum das so ist und bin froh, dass es diesmal so war – ansonsten wären wir gar nicht nach Island geflogen. 😀

Wir sind Mitte/ Ende Mai bis Anfang Juni für 11 Tage (inkl. An- und Abreisetag) nach Island geflogen. Das ist noch außerhalb der Hauptsaison und daher sind manche Preise etwas günstiger. Die Betonung liegt hier auf etwas, denn günstige Preise in Island gibt es eigentlich nicht. Vorweg ein Bild von unserer Reiseroute.

Unsere Reiseroute:

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Vorweg muss ich sagen, dass mein Freund und ich uns vorm Ablug nicht so enorm mit Island auseinandergesetzt haben – ich mag es eher spontan beim Reisen. Was wir aber getan haben war, dass wir uns eine ungefähre Route zusammengestellt haben und Wanderschuhe bzw. Windjacken und dicke Fleecewesten gekauft haben. Unser Flug kam nachts in Keflavik an und wir fuhren nach der Mietwagenübernahme sofort ins Hotel nach Reykjavik. Während unserer Reise hatten wir vor, sechsmal im Zelt (dachten wir zumindest – später mehr dazu) und dreimal in einer „festen Unterkunft“ (Hotel, AirBnB, etc.) zu schlafen. Die Campingausrüstung haben wir uns bei Iceland Camping Equipment ausgeliehen. Das hat wirklich super funktioniert und die Daunenschlafsäcke haben unser Leben gerettet (nachts war es echt kalt….)! 😉

Unsere Route hat also in Keflavik/ Reykjavik begonnen und wir fuhren zuerst in den Norden und haben den Süden Islands zum Schluss gemacht. Ich würde es wieder so machen. Der Süden ist touristischer und es gibt wirklich Schönes zu sehen – daher unsere Entscheidung, dies gegen Ende unserer Reise zu erkunden. Neben guter Laune und die Liebe zur Natur, sind Wanderschuhe und eine regendichte Windjacke mitunter das Wichtigste für einen Trip nach Island. Es war auf Island einfach IMMER windig, wenn nicht sogar richtig stürmisch und es hat oftmals geregnet. Der Wettergott war nicht ganz so gnädig mit uns, aber das ist typisch für Island.  Das Wetter kann sich binnen fünf Minuten ändern. Einfach abwarten und dann wird sich schon was ergeben. 😉

Was haben wir so in Island erlebt? Am meisten hat mich die Landschaft fasziniert. Ich bin ein Landei (obwohl ich schon seit vier Jahren in Wien lebe) und bin einfach mit der Natur verbunden. Island ist wirklich dünn besiedelt (332.750 Personen, Stand 2015; flächenmäßig größer als Österreich)  und auch in Städten ist es noch nicht dicht verbaut. Ich würde mal behaupten, man sieht mehr Schafe und Pferde in Island als IsländerInnen. Wir hatten auch Glück und konnten Rentiere und Papageientaucher sehen. Kurz haben wir auch einen Seehund erblickt. Über die Papageientaucher habe ich mich am meisten gefreut, da wir drei Tage nach den kleinen gefederten Viechern Ausschau gehalten haben. Das Glück war dann in Dyrholaey (Nähe Vik im Süden) auf unserer Seite. Dort soll übrigens auch einer der schönsten Strände in Island sein.

Neben lauter tollen Eindrücken haben wir natürlich auch ein paar nicht so angenehme Erlebnisse gehabt. So haben wir z.B. einen platten Reifen gehabt und während der ersten Nacht im Zelt hat es sooooo viel geregnet, dass das Zelt nass war. Innen nicht, aber außen war es klitschnass. Bei einer Rundreise ist das nicht so angenehmen – wir haben dann versucht, es im Auto zu trocknen. Nichtsdestotrotz haben wir die Nacht darauf im Auto geschlafen. In Summe haben wir dreimal im Zelt, dreimal im Auto (immer wegen Regen) und dreimal in einer „festen Unterkunft“ geschlafen. Vielleicht fragt sich jetzt wer, warum wir eigentlich campen wollten. Ganz einfach, wir  wollten etwas spontaner sein und nicht schon vorweg die Route wegen Hotelbuchungen festlegen (in Island empfiehlt es sich Hotels früh zu buchen, da es nicht so viele gibt und die ansonsten ausgebucht sind) und Camping ist eine günstige Alternative. Wir haben rund 8 – 10 Euro pro Person pro Nacht fürs Campen bezahlt. 🙂 

Zudem sind wir auf einen Tuffring (Krater) gewandert, haben das frühe Leben der Isländer erkundet, haben Trockenfisch gegessen, geschmolzene Steine gesehen (Schlammlöcher bei Myvatn) und in einer heißen Quelle gebadet. Die heißen Quellen und ich, das ist so eine ganz eigene Geschichte. Island ist ja bekannt für die natürlichen, heißen Quellen und ich wollte das unbedingt ausprobieren. Ich habe auch einige rausgesucht, aber leider nur welche, die im Hochland liegen. Die Hochlandstraßen waren aber bei uns noch gesperrt (verschneit, überflutet, etc.). Ja, unser 4×4 Auto war etwas unnötig, aber es hat dafür viel Platz zum Schlafen geboten. 😉 Was ich auf jeden Fall empfehlen kann, ist die Blaue Lagune in der Nähe von Keflavik. Der Eintritt ist nicht günstig, aber es lohnt sich. Für mich war es eine Premiere in einem Geothermal-Kieselalgen-Salzwassersee bei rund 40°C zu baden. 😀

Island
Blaue Lagune

Was sind unsere Tipps? Meine Tipps sind, sich Zeit für Island zu nehmen und den Moment zu genießen. Stress ist hier fehl am Platz. Die erlaubten Straßen sollten nicht verlassen werden und immer rechtzeitig tanken, essen oder auf die Toilette gehen. In Island sind die Entfernungen etwas anders und es kann sein, dass sich die nächste Möglichkeit erst in 250 km ergibt. Echt sehenswert sind zudem die ganzen Naturschauspiele – Wasserfälle, Gletschereis, heiße Quellen, Tierwelt, Landschaft, Geysire, Vulkane, etc. Bezüglich Verpflegung ist das auch so eine Sache. Ich würde jederzeit wieder einen Campingkocher verwenden – man ist einfach ungebunden und kann kochen, wenn man hungrig ist. Sollte man doch nicht kochen wollen –> Mein Lokaltipp: Restaurant Brasserie Askur in Reykjavik. Da gibt es ein isländisches Mittagsbuffet (mit Lamm und Fisch) und das zu einem guten Preis- Leistungs- Verhältnis. 🙂

Auf was würden wir nicht verzichten? Definitiv sind das die Wanderschuhe/festen Schuhe und eine gute, regendichte Windjacke. Auf Skyr könnten wir auch nicht verzichten (mehr Infos weiter unten)!

Echt lecker, aber auch eigenartig? So würde ich Trockenfisch und Skyr beschreiben. Trockenfisch erklärt sich, denke ich, von selbst. Man kann ihn wie Chips essen, nur dass es nach Fisch schmeckt. 😉 Skyr ist ein isländisches Milchprodukt und ähnelt einem dickflüssigen Joghurt. Er ist voller Proteine, fettarm und schmeckt irgenwie so, als würde man Joghurt mit etwas Maizena (Maisstärke) vermengen. Es gibt verschiedene Geschmacksrichtungen und wir haben beinahe alle probiert. Vanille und Birne sind unsere Favoriten.

Der Blogpost ist wirklich lange geworden (länger als gedacht), aber Island kann man einfach beim besten Willen nicht in ein paar Sätzen beschreiben.

Wünsch euch was!

P.S. wer kann das nachfolgende Wort dreimal schnell sagen? 😉 Ich schaffe es nicht…

Island (15)

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